Brief der Ottilie Reber geb. Riecken, geb 1870. Sie folgte 1887 siebzehnjährig den bisher ausgewanderten Familienmitgliedern nach Elkhorn in Nebraska. Die Briefe gingen an einen Vetter in Hamburg, 35 Jahre nach der Auswanderung. Es heißt aber, dass sie um 1900 auf Hochzeitsreise in Deutschland war.

Girvin Sask Can. October 31 1922

Lieber Vetter nebst Familie,

Du musst mein langes Schwei-
gen entschuldigen, hatte Deinen
werthen Brief nach Nebraska ge-
schickt und damit die Adresse
verloren, habe beide Briefe
nebst Zeitungen erhalten
und Schokolade, die gewißt
gut geschmeckt hat, war
etwas angebrochen aber jedes
Stück im Platz und gar nicht
weicht geworden, in der Zeitung
ist dasselbe, was wir hier
auch lesen, wollen dass es bald
besser wird, es ist hier auch
sehr schlecht, hatten eine
ziemlich gute Ernte, der

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Weitzen ist billig und der
Lohn zu hoch, kann darum
nicht ganz so viel Geld zusam-
men bringen, in anderen
Jahren hätten wir es
gar nicht gemerkt, werden
dies nicht missen, hätten
gerne mehr gegeben, Fränk
hat einigen von seinen
Rentnern mit helfen müssen
und auch sein Kinder, dies ist
unser schlechtest Jahr gewesen
es gehen hier auch viel Banke-
rott machen, wenn die kleine
Summe etwas hilft, möchten
Mutter, Frank und Geschwister
Dich damit ein Weihnachtsge-
schenk machen, ..... vielleicht können
wir einander wohl besser hun

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Schwester Ida Ihr zweiter
Sohn war letzten Frühjahr
verunglückt, er hatte 4 Pferde im .....
... und waren mit ihm
durchgegangen und hatten
ihn abgeschmissen und über
ihn gelaufen und ihm
im unter Leib geschnitten
er war lange im Hospital
ist aber doch zuletzt wieder
besser geworden, Mutter
ist noch immer recht gesund
ist bei Bruder Johann. Wir
sind somit alle so ziemlich ge-
sundt. Otto Johann Max Willie
und Frieda wohnen alle hier
in Girvin, dieselbe Anschrift
trifft sie alle, Du kannst ja mal an Otto schreiben
ihm geht dass schreiben besser

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Von Hand wie mir.
Otto hat 25 Dollar gegeben
Ella Marie Max und Bill jeder
10 Dollar und Mutter, Frank und ich
50 Dollar, 10 von Johan
mit besten

Wünschen

Von Otti.

Girvin Sasc. Sept. 9. 1923

Lieber Vetter!

Ich danke wir haben
Deinen Brief wohl erhalten.
Ich weiß, dass Johan hat, er sagt er
hat Johann zurück auch geschrieben
und auch lange keine Antwort gekricht,
wenn er auch solange wartet wie
Du, für denn müßtes Du auch
lange warten, Otto und Johann
haben beide deinen Brief gelesen.
Johann schreibt überhaupt sehr
wenig, und seine Frau hat ja
auch ihre eigene Familie
noch da drüben, die scheinen
aber nicht zu klagen, Johann
hat sich in den letzten Jahren

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auch erst an gekauft und muß
auch hart arbeiten, es ist schlecht,
hülfe zu kriegen, und sie ver-
verlangen 5 Dollar der Tag in
der Ernte und treschen und
der Weitzen ist zu billig.
Der Farmer hat nichts übrig
und ihr wisst, wir sind alle mit
nichts angefangen im Überfluß
haben wir gerade nichts, und wir
haben alle große Familien,
worauf wir natürlich
auch stolz sind, bei Otto waren
im Frühjahr auch 3 Kinder
konfirmiert und bei Frieda
eine Tochter, wir gratulieren auch
noch nachträglich, und wünschen
Deinem Sohn viel Glück in sei-
Nen Unternehmen. Sollte
er jemals nach Amerika kom-
men, dann währen wir
gewißt froh, wenn Er uns

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besuchen thut, und was das
danken anbetrifft, davon
weiß ich nichts, wir haben auf
keinen Dank gewartet.
Wohlen hoffen dass die Zeiten
baldt besser werden, habe daß
kleine Bild gesehen, dass Du letzten
Winter geschickt hast, Johann und
Frau sind beide breit genug,
werden auch schon beide alt, er
ist nicht der Johann, den ich gekannt
habe, ihr seht alle gut aus, weiß
nicht ob ich etwas für Euch thun
kann, will hoffen dass Regina
ihre Kuh gekriecht hat.
Habe die Zeitungen auch erhalten
auch besten Dank, besten Gruß
an alle

Ottilie Reber

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D. O. habe heute auch an Tant Ida
geschrieben, es scheint dass sie meinen
Brief nicht erhält, wenn Du
sie sehen solltes sag das ich auch an
Sie geschrieben habe. Entschuldige
Die Bleifeder. O.R.

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Submitted by Mrs. Leroy Riecken

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LEROY AND LAURA RIECKEN

It was in the spring of 1947 when Leroy Riecken bought eighty acres of bottomland near Wann for $100 an acre. With a team of horses and a 1036 John Deere tractor, we started farming. Our house was a two-room cabin and needed a lot of work. My husband, Leroy, was born near Elkhorn to Julius Riecken and Ella Riecken in 1911. Julius Riecken, the son of Nickolaus and Kathrine Riecken, was born in 1871. They travelled up the Iowa side of the Missouri River and crossed where Dodge Street, Omaha is now. Ella Riecken was born in Germany in 1875. She travelled to America alone as a young girl. She married Julius Rieken in 1895. They raised three children.

I (Laura) Riecken was born near Elkhorn in 1913. My father, Fred Paasch, also came to America from Germany. My mother, Anna Villwok Paasch, was born on a farm southeast of Elkhorn in 1886. This farm is still in the family. They raised nine children. Their home was destroyed by the tornado of 1913, six months before I was born.

Leroy and I were married in 1936 and lived in Douglas County, until we bought our farm near Wann. Our son, Mervin, was born in 1938, our daughter in 1945, and our son, Harlan, in 1950

Besides farming, we had a herd of dairy cows and milked by hand. In 1958, we got our first milking machine. It was a common sight to see farmers helping each other with the threshing or putting up hay. In 1952, our youngest son, Harlan, was taken seriously ill with meningitis, and in 1953, my husband, Leroy, was hospitalized for several months. How thankful we were for our neighbours! They all pitched in and helped with the crops and farm work

For recreation we enjoyed playing cards with the neighbours. Hunting was always a popular sport for our family. Now we enjoy softball and baseball games, as most of the children and grandchildren play. I have always enjoyed gardening and canning.

We quit farming in 1973 but still live on the place. Our sons are farming the land

Stand 26.12.2007
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